Das Dramadreieck

Das Dramadreieck

In der Transaktionsanalyse ist das Dramadreieck von Verfolger resp. Täter, Opfer und Retter bekannt. Solche Muster werden in der Transaktionsanalyse „Spiel“ genannt, obwohl sie für die Betroffenen ernst sind. Zwischen den Spielern gelten „Regeln“, die unwillkürlich und meist unbewusst befolgt werden. Im Laufe des „Spiels“ kann es zu Rollenwechseln kommen. Dabei ist es wichtig zu sehen, dass die Beteiligten diese Rollen nicht „sind“, sondern sie nur aus der inneren Notwendigkeit des Musters heraus „spielen“. Auch zwei Personen können die drei Rollen untereinander verteilen. Das Dramadreieck lässt sich intrapsychisch sogar alleine spielen (einzelne Persönlichkeitsaspekte miteinander).

Ein Opfer erweckt den Anschein, Hilfe zu benötigen. Manchmal benötigt es tatsächlich Hilfe, manchmal aber benötigt das Opfer diese Hilfe gar nicht, sondern könnte unter Nutzung seiner eigenen Fähigkeiten das Problem auch alleine bewältigen. Wo ein Opfer ist, muss es auch einen Täter (oder Verfolger) geben, zumindest einen fiktiven. Nun tritt der Retter hinzu, um dem Opfer zu helfen.

Manchmal ist der Retter gar kein wirklicher Retter, sondern ein Täter, der dies hinter der Hilfe verbirgt. Durch seine Empörung und Anklage gegen den ursprünglichen Täter wird dies deutlich. Der Retter wird zum Täter, und der ursprüngliche Täter zum Opfer. Das ursprüngliche Opfer könnte dann neu die Rolle des Retters einnehmen.

Oder das ursprüngliche Opfer klagt den Retter an, ihm nicht wirklich helfen zu können – der Retter wird dadurch in die Opferrolle gedrängt, was zu einer Neudefinition des ursprünglichen Täters führt.

Oder der Täter ist gar keiner, sondern wurde durch die Opferhaltung des Opfers, das ein versteckter Täter ist, zum Täter gemacht. Dann ist der Täter das eigentliche Opfer.

Oder der Täter will durch seine Tat auf eine eigene Not aufmerksam machen. Dann gibt es zwei Opfer.

Oder der Retter ist selbst ein Opfer und verbirgt dies dadurch, dass er sich zum Helfer aufspielt. So könnte das ursprüngliche Opfer dann zum Täter werden. Gegen den falschen Retter, oder gegen den ursprünglichen Täter, die dann zum Opfer würden.

Im Dramadreieck können die Beteiligten also fast beliebig ihre Rollen wechseln, was sowohl für die Beteiligten, als auch für Angehörige sehr verwirrend sein kann. Häufig wird das Opfer zum Verfolger und der Retter wird zum Opfer.

Ein Ausstieg ist an jeder Stelle, aus jeder Position möglich. Für einen konstruktiven Umgang mit der Situation ist es wichtig, mit den 3 Positionen ressourcenorientiert umzugehen, das heisst, die unausgesprochenen Bedürfnisse der drei Positionen zu kennen und die positiven Komponenten der Rollenübernahme zu würdigen.

Das „Opfer“ leidet oder hat gelitten, will Mitgefühl erfahren und traut den anderen zu, dass sie das Problem lösen können. Der „Retter“ ist bereit, viel zu tun für andere, möchte endlich den verdienten oder vermeintlich verdienten Dank bekommen und für seinen Beitrag geschätzt werden. Der „Verfolger“ ist bereit, unangenehme Dinge anzusprechen, hat etwas Wichtiges zu sagen, sagt es aber auf eine unannehmbare Art.

Die Zukunft selber gestalten heisst auch, sich den eigenen Verhaltensstrategien bewusst zu werden um im Kontakt mit anderen Menschen ganzheitlich agieren zu können.



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